Das Problem mit Navigieren anhand von Gefühlen


Grüße aus Eppstein von der noch anhaltenden Baustelle :.)

Gleich werde ich dir erklären, warum deine Gefühle keine verlässliche Orientierung für die Steuerung deines Geschäftes bieten. Danach werde ich dir sagen, worauf du dich stattdessen verlassen kannst.

Aber zuerst erzähle ich dir eine kleine Geschichte von Vorgestern am Abend, die sich in meinem Wohnzimmer abgespielt hat. Dort habe ich eine Stunde lang auf dem blanken Boden gesessen und alleine eine halbe Flasche Crémant getrunken.

Warum?

Weil alle Wände nach dem ersten Anstrich durch den Maler so aussahen, als hätte jemand eimerweise alten Kaffee darauf geschüttet und ist dann gemein-lachend davon gerannt.

Dabei war der Farbmuster mit dem wunderschönen Namen "Skimming Stone", den ich auf mehreren Stück Tonpapier als Test gestrichen hatte, ein heller Beige-Grau-Ton und eigentlich cremig-elegant.

Der Anblick passte hinten und vorne nicht mit meiner inneren Vorstellung überein und auch nicht mit der penibel erarbeiteten 3D-Abbildung, die ich mit Hilfe eines Online-Programms vorbereitet hatte.

(Ja OK, ich übertreibe es manchmal.)

Nach mehr als acht Wochen im Renovierungsprozess war mein Gefühl kein schönes. Ich sah in dem Moment nur zwei Möglichkeiten: die Farbberaterin verzweifelt auf ihrem Privat-Handy anzurufen oder die Wände in einer "Nacht-und-Nebel"-Aktion selbst streichen.

Aber es war schon nach 22 Uhr.

Früher hätte ich eine dieser beiden Möglichkeiten ergriffen. Heute mit meinen fast 45 Jahren habe ich weder die Energie noch die Lust, ein solches Drama zu produzieren.

Noch wichtiger, ich habe mittlerweile etwas sehr Wichtiges begriffen. Nämlich ...

Unsere Gefühle sagen uns nichts darüber, wie es läuft.
Unsere Gefühle sind ein Indikator dafür, wo unser Kopf steht.

(Deshalb habe ich die Flasche Crémant aus dem Kühlschrank geholt und einem kleinen Wandabschnitt einen zweiten Anstrich gegeben, um zu sehen was passiert. Dann habe ich es mir bequem gemacht und gewartet bis ein besseres Gefühl eintritt. Zugegeben, das besseres Gefühl wäre auch ohne Alkohol eingetreten. Aber das Warten macht so manchmal mehr Spaß.)

Was meine ich damit? Lass es mich erklären ...

Gefühle folgen Gedanken.

Der Trigger in meiner Geschichte war (dieses Mal) etwas im Außen, nämlich die Wand. Meine instinktive Reaktion war Mißfallen. Das System springt an, um dieser Emotion einen Sinn zu geben. Es bietet mir Stoff in Form von Gedanken, die ich dann im Körper fühle. Es kann alles kommen, z.B. ...

Schwirren unschöne Gedanken über die falsch geratene Wandfarbe und die vermeintliche Tragweite des Fehlgriffes auf dem Gesamtprojekt/-budget in meinem Kopf herum, fühle ich die Panik und Ohnmacht dieser Gedanken sofort.

Schweben wiederum zuversichtliche Gedanken über die Möglichkeit einer leichten und wenig aufwändigen Behebung des "Ganzwand-Kaffeeflecks", fühle ich die Beruhigung und den Optimismus dieser Gedanken sofort.

Hier ist das Ding ...

Alle möglichen Gedanken und Gefühle bewegen sich in und durch das System Mensch. Und wir können nicht kontrollieren, welche Gedanken uns in den Kopf schießen oder welche Gefühle daraus entstehen.

(Glaub mir. Gäbe es einen magischen Helm, der alle unschönen Gedanken und Gefühle abwehren könnte, hätte ich ihn wahrscheinlich schon längst in einem attraktiven Blauton mit Glitzer online bestellt.)

Wenn wir alles, was kommt, annehmen ohne zu großes Ernstnehmen und einfach abwarten, leben wir frei. Denn ...

Gedanken sind lediglich eine Form von Energie. Die daraus entstehenden Gefühle sind ebenfalls eine Form von Energie. Diese Energie erzeugt unsere aktuelle Erfahrung. Punkt. That's it.

Kannst du mir folgen? OK, perfekt.

Dann gehen wir weiter zum Thema Navigieren ...

Also, was können wir mit dieser Energie machen bzw. aus ihr erkennen?

Sie lässt uns wissen, welche Qualität von Energie in unserem System gerade vorhanden ist und unsere momentane Erfahrung erzeugt.

Nicht mehr und nicht weniger.

Die Qualität unserer Gedanken ändert sich aber täglich mehrfach, manchmal sogar stündlich oder minütlich. Gedanken-Energie ist fließend und vorbeiziehend, wie die Wolken am Himmel.

Wir könnten die Wolken am Himmel nicht als Orientierung nutzen, um von Frankfurt nach Paris zu fahren. Das ist unmöglich. Denn Wolken bleiben nie stehen und sind daher nicht verlässlich genug für solche Zwecke.

Und das ist das Problem mit dem Navigieren anhand von Gefühlen. Sie sind ständig im Fluß und ebenso wenig verlässlich wie die Wolken.

Hier kommen einige Beispiele von Gefühlen im Business-Kontext, die ich schon mal – OK, vielleicht sogar öfters – als Coach und Mentorin gehört habe:

  • Gefühl = Angst: "Ich habe viel Zeit und Geld investiert, doch meine Anzeigen konvertieren nicht. Wenn sie nicht funktionieren, keine Kunden!"
  • Gefühl = Langeweile: "Inzwischen langweilen mich meine eigene Kurse (oder Seminare). Ich glaube, ich brauche eine neue Zielgruppe."
  • Gefühl = Scham: "Eine gute Kundin gab mir total schlechtes Feedback nach einem Jahr im Programm. Ich schäme mich und stelle meine Arbeit in Frage."

Diese Gefühle zeigen uns nicht, wie es gerade läuft. Sie zeigen uns lediglich, wo der Kopf der jeweiligen Person momentan steht. Also, ihr Business danach zu steuern wäre zwar möglich, aber keine so gute Idee.

Um im Business von A nach B zu kommen, haben wir ein anderes, verlässliches Navigationssystem. Wir haben unser inneres Business-GPS.

Unser inneres Business-GPS bezieht seine Information aus einer anderen Quelle auf einer höheren Ebene (denk an die Satelliten im All).

Wir haben stets Zugang zu ihnen, auch wenn unsere Gefühle schwanken. Doch wir nehmen sie vor allem dann richtig gut wahr, wenn unsere Gefühlswelt wieder zur Ruhe gekommen ist.

Und weil ich das weiß, konnte ich eine ruhige Nacht schlafen und am nächsten Tag mit einer klaren Verbindung zu meinem inneren GPS einen Plan B in Gang setzen. Während ich schreibe, rieche ich die frische Farbe an den Wänden, die nun hell-beige-grau und cremig-elegant sind.

Aber auch wenn es anders gekommen wäre, hätte ich sicher aus meiner inneren Weisheit leicht weiter navigieren können.

Das wünsche ich auch dir vom Herzen.

CU sehr bald wieder online :-)

Deiner virtueller Coach,
Shailia



 

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